Der Rechtsanwalt Robert Huber (42, Obertshausen) führt den American Football Verband Deutschland e. V. (AFVD) weitere vier Jahre. Die am Wochenende in Frankfurt/Main tagende... »
Das ist Football
Wer sich auf American Football einlässt, lernt nicht nur sehr schnell die Regeln – die gar nicht so kompliziert sind, wie es zunächst ausschaut – sondern bekommt auch rasch ein Gespür für die Taktik. Die Grundidee ist ganz einfach und ist eng mit der amerikanischen Entstehungsgeschichte verknüpft: Beim Football geht es um Raumgewinn – so wie bei unseren europäischen Vorfahren, die vor ein paar hundert Jahren nach Amerika auswanderten und sich dort Land eroberten.
Damit die vielen Football-Neulinge einen Einstieg in die faszinierende Welt des American Football bekommen, finden sich hier und in der Rubrik “Regeln”, Begriffe und Erklärungen, die Euch helfen sollen, das Sportevent Football richtig zu genießen.
Zum “Aufwärmen” hier schon mal die größten Unterschiede zwischen American Football und Soccer (so heißt unser guter, alter europäischer Fußball in den USA).
- Von wegen der Ball ist rund: Beim Football ist der Ball ein Ei. Grund: Ovale Bälle fliegen weiter und zielgenauer, weil sie um die eigene Achse rotieren und die Flugbahn so stabiler wird. John Elway, legendärer Quarterback der Denver Broncos (1984-1999), warf das Ei schon mal 70 Meter weit (könnt Ihr ja mal mit ‘nem Rundball versuchen).

- Ein American Football Spiel dauert auch keine 90 Minuten, sondern 1 Stunde. Da es sich dabei um die reine Netto-Spielzeit handelt (4 mal 15 Minuten, plus 12 Minuten Halbzeit) bekommt man schnell mal zweieinhalb Stunden Spitzensport geboten. Und bei Unentschieden sogar noch eine Verlängerung obendrauf.
- Beim Fußball muss das Runde ins Eckige, beim Football gehört das Ovale in die Endzone. Wenn das passiert rufen wir nicht “Toooor”, sondern “Touchdown”. Als Belohnung für einen Touchdown gibt’s dann auch nicht nur einen Zähler, sondern gleich sechs. Und weils so schön ist, darf der Kicker danach noch einen Extrakick (PAT – Point after Touchdown) versuchen.
- Apropos Ball reinhauen. Der Kicker muss zusehen, dass er den Ball durch die beiden “Goal Posts” (Torstangen) knallt. Das sind die gelben Gestänge am Ende der Endzone, die so aussehen wie eine riesige Stimmgabel.

- Linien gibt’s auch im Football, sogar jede Menge wie Ihr auf einen Blick erkennen könnt. Die Querstreifen sind aber nicht etwa dazu da, um besser auf Abseits entscheiden zu können – das findet man im Football nämlich in der Form gar nicht. Diese Querstreifen sind Orientierungshilfen für Spieler, Schiris und Zuschauer und markieren die 10 Yard Abstände auf dem Feld. Die Außenlinie gehört übrigens nicht mehr zum Feld. Wird sie berührt, ist der Spieler im Aus.

- Ball im Aus! Da müsste es jetzt ja eigentlich Einwurf für die gegnerische Mannschaft geben… Tja, gibt’s aber nicht. Im Football geht es anschließend auf gleicher Höhe für das Team in Ballbesitz weiter. Manchmal flüchten sich die Jungs regel(ge)recht ins Aus, um einem Tackle der Abwehrspieler zu entgehen. Oder um die Uhr anzuhalten. Das kann zum Ende des Spiels wichtige werden, wenn wir einem Rückstand hinterherlaufen. Doch mit der Unterstützung der tollen Fans wird das sicher nicht oft vorkommen.
- Ach, ja. Eine Gemeinsamkeit gibt es dann doch. Auch beim American Football wird 11 gegen 11 gespielt. Nur dass beim Ballbesitz 11 Offensivspieler auf dem Platz stehen. Hat der Gegner Angriffsrecht, schickt unser “Head Coach” (Cheftrainer) 11 seiner Defensivspieler aufs Feld. Und für “Kickoff” (Anstoß), Punt (Befreiungsschlag), Fieldgoal (Feldtor) und Extrakick stehen die Special Team Spieler bereit.
- Zum Schluss das Allerwichtigste: Wenn Euer Lieblingsteam im Fußball angreift, feuert Ihr es aus Leibeskräften an. Wenn wir in Ballbesitz ist, bleibt Ihr bitte ganz leise. Nur so kann der “Quarterback” (Spielmacher) seine Kommandos “in Ruhe” an sein Team weitergeben. Wenn dann der “böse” Gegner den Ball bekommt, dann sind wir an der Reihe, rufen, pfeifen und johlen, was das Zeug hält. Üblicher Anfeuerungsruf: “DEFENSE, GO”.

So, das soll an dieser Stelle erst einmal genügen. Und jetzt wünschen wir viel Spaß beim Lernen der übrigen Regeln und Begriffe.





